Nutzungsbedingungen

itsreal.media GmbH
Stand: 13/04/2026  |  Version: 0.3  |  Ersetzt: Fassung 2025

zwischen

itsreal.media GmbH
Julius-Hatry-Straße 1, 68163 Mannheim, Germany
E-Mail: contact@itsreal.media
(im Folgenden: der „Anbieter")

und dem jeweiligen Kunden (im Folgenden: der „Kunde")
(Anbieter und Kunde jeweils eine „Partei", gemeinsam die „Parteien")

§ 1 Vertragsgegenstand

(1) Gegenstand dieses Vertrages ist die entgeltliche und auf die Vertragslaufzeit beschränkte Überlassung der webbasierten Softwarelösung itsreal.media (nachfolgend „Software") zur automatisierten Analyse digitaler Bildinhalte sowie die Erbringung begleitender IT-Dienstleistungen durch den Anbieter im Rahmen eines Software-as-a-Service-Modells (SaaS).

(2) Die Software ist ein vollautomatisiertes KI-basiertes Analysesystem (im Folgenden: „Bot"), das Bildinhalte maschinell analysiert und im Hinblick auf ihre Authentizität sowie mögliche KI-Generierung bewertet. Eine manuelle oder individuelle Überprüfung durch Personen findet nicht statt.

(3) Die Software wird ausschließlich auf den Servern des Anbieters betrieben. Eine physische Überlassung der Software erfolgt nicht.

§ 2 Leistungen des Anbieters

(1) Der Anbieter stellt dem Kunden während der Vertragslaufzeit Zugriff auf die jeweils aktuelle Version der Software über das Internet zur Verfügung. Die Nutzung erfolgt browsergestützt und ohne lokale Installation. Der Zugang ist auf registrierte, autorisierte Nutzerkonten beschränkt.

(2) Die Software analysiert Bilddateien hinsichtlich typischer Merkmale für KI-Generierung oder -Manipulation und ordnet sie automatisiert in die Kategorien „AI-Free", „AI-Labeled" oder „Auditiert" ein. Die Ergebnisse werden über ein kundenspezifisches Dashboard bereitgestellt.

(3) Der Anbieter stellt serverseitigen Speicherplatz zur Verarbeitung der vom Kunden hochgeladenen Bilder und zur Bereitstellung der Analyseergebnisse zur Verfügung. Die Daten werden nur vorübergehend gespeichert und nach Abschluss der Verarbeitung regelmäßig gelöscht, sofern keine ausdrücklich vereinbarte Archivierungsfunktion aktiviert wurde.

(4) Der Kunde erhält zusätzlich Zugriff auf eine Programmierschnittstelle („API"), über die Webseiten automatisiert auf mögliche KI-generierte Inhalte überprüft werden können. Der Anbieter kann die Nutzung der API begrenzen oder priorisieren, soweit dies zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs erforderlich ist.

(5) Die Software erreicht bei der inhaltlichen Analyse digitaler Bildinhalte aktuell eine durchschnittliche Erkennungsgenauigkeit („Detection Accuracy") von über 98 %. Diese Kennzahl bezieht sich auf die Fähigkeit der Software, echte von KI-generierten Bildern anhand des aktuellen Modells mit hoher Wahrscheinlichkeit zu unterscheiden. Es handelt sich um einen statistischen Wert aus internen Testreihen und stellt keine absolute Fehlerfreiheit dar. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass Analyseergebnisse in Grenzfällen falschpositiv oder falschnegativ sein können. Die finale Bewertung sollte durch eine sachkundige menschliche Prüfung ergänzt werden.

(6) Die durch die Software bereitgestellten Ergebnisse dienen ausschließlich der Unterstützung bei der Beurteilung digitaler Bildinhalte und stellen keine rechtsverbindlichen Feststellungen dar. Eine vollautomatisierte Entscheidungsfindung, die auf Grundlage der Analyseergebnisse erfolgt und gegenüber natürlichen Personen rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt, ist unzulässig. Der Kunde ist verpflichtet, vor der Verwendung der Analyseergebnisse für rechtlich oder tatsächlich bedeutsame Entscheidungen eine sachkundige Überprüfung durch eine geeignete natürliche Person sicherzustellen.

§ 3 Web-Scanning-Dienstleistungen

(1) Sofern der Kunde den optionalen Dienst „Web Scanning" aktiviert, erteilt er dem Anbieter hiermit die ausdrückliche Genehmigung, die von ihm angegebenen Webseiten, Domains oder digitalen Plattformen mittels automatisierter Verfahren (Crawling, Scraping oder vergleichbare Mechanismen) zu analysieren.

(2) Die automatisierte Analyse erfolgt ausschließlich zum Zweck der Authentizitätsprüfung und Inhaltsverifizierung. Der Anbieter wird keine Bereiche der Systeme des Kunden betreten, die über den notwendigen Umfang hinausgehen.

(3) Die Zugriffe erfolgen durch klar identifizierbare Bots oder Service-Accounts des Anbieters. Auf Wunsch stellt der Anbieter technische Identifikationsmerkmale (User-Agents, IP-Ranges o. Ä.) zur Verfügung.

(4) Der Kunde bestätigt und übernimmt die volle Verantwortung dafür, dass er zur Autorisierung des Zugriffs auf die angegebenen Domains berechtigt ist. Der Kunde stellt den Anbieter von jeglicher Haftung frei, die aus einer unzureichenden Berechtigungsgrundlage entsteht.

(5) Der Kunde kann die Zustimmung zum Web Scanning jederzeit schriftlich widerrufen. In diesem Fall kann der Dienst nicht weiter erbracht werden.

§ 4 Nutzungsumfang und -rechte

(1) Der Kunde erhält für die Dauer des Vertrages ein einfaches, nicht ausschließliches, nicht übertragbares und nicht unterlizenzierbares Recht, die Software im Rahmen der vertraglich vereinbarten Nutzeranzahl zu nutzen. Die Nutzung ist ausschließlich über die durch den Anbieter bereitgestellte Weboberfläche möglich. Eine physische Überlassung oder Bereitstellung der Software erfolgt nicht.

(2) Eine lokale Installation, Vervielfältigung, Dekompilierung, Rückentwicklung (Reverse Engineering), Disassemblierung oder sonstige technische Analyse der Software ist unzulässig, soweit dies nicht durch zwingendes Recht gestattet ist. Ebenso untersagt ist die Wiederherstellung der Trainingsdaten oder Modellparameter aus den Analyseergebnissen (sog. „Data Extraction" oder „Model Inference").

(3) Die Software ist nicht für den Einsatz in hochriskanten Anwendungsbereichen im Sinne von Art. 6 der KI-Verordnung bestimmt. Insbesondere ist eine Nutzung für hochriskante Tätigkeiten im Sinne des Art. 6 Abs. 3 i. V. m. Anhang III der KI-Verordnung (z. B. biometrische Identifikation, Nutzung in Bildungseinrichtungen oder automatisierte Behördenentscheidungen) untersagt. Der Anbieter behält sich das Recht vor, den Zugang zur Software im Falle eines Verstoßes gegen diese Zweckbindung zu sperren.

(4) Der Kunde verpflichtet sich, bei der Nutzung der Software keine rechtswidrigen Inhalte hochzuladen oder zu verarbeiten, insbesondere keine urheberrechtswidrigen, pornografischen, gewaltverherrlichenden oder personenbezogenen Inhalte ohne entsprechende Rechtsgrundlage.

(5) Der Kunde verpflichtet sich, über die API ausschließlich solche Webseiten zu prüfen, für die er die erforderlichen Nutzungs- oder Zugriffsrechte innehat oder eine rechtmäßige Befugnis zur Analyse besteht.

(6) Der Kunde ist nicht berechtigt, Dritten die Nutzung der Software zu gestatten, es sei denn, es handelt sich um eigene Mitarbeiter oder im Rahmen der vertraglich gestatteten Nutzung um Auftragsverarbeiter, die auf Weisung des Kunden handeln.

§ 5 Vertragsschluss und Vergütung

(1) Der Vertrag über die Nutzung der Software kommt durch die Registrierung eines Nutzerkontos auf der Plattform des Anbieters und die ausdrückliche Zustimmung zu diesen Vertragsbedingungen zustande.

(2) Für die Nutzung der Software schuldet der Kunde dem Anbieter die vereinbarte Vergütung. Die Höhe richtet sich nach dem jeweils vereinbarten Tarifmodell und der Nutzungsart (Abonnement oder nutzungsabhängig). Über geplante Änderungen der Vergütung wird der Anbieter den Kunden spätestens vier Wochen vor deren Inkrafttreten in Textform informieren. Im Falle einer Erhöhung steht dem Kunden das Recht zur außerordentlichen Kündigung zu. Alle Preisangaben verstehen sich zuzüglich der jeweils gesetzlich geltenden Umsatzsteuer.

§ 6 Mitwirkungspflichten

(1) Die Nutzung der Software setzt eine stabile Internetverbindung sowie einen aktuellen Webbrowser voraus.

(2) Der Kunde ist verantwortlich für die sichere Verwahrung und den vertraulichen Umgang mit den ihm bereitgestellten Zugangsdaten. Eine Weitergabe an unberechtigte Dritte ist unzulässig. Der Kunde hat den Anbieter unverzüglich zu informieren, sobald ein Missbrauch oder ein Verlust der Zugangsdaten bekannt wird oder ein solcher vermutet wird.

(3) Der Kunde darf ausschließlich solche Inhalte hochladen, deren Nutzung keine geltenden Gesetze, behördlichen Anordnungen oder Rechte Dritter verletzt.

§ 7 Kontaktstelle

Der Anbieter unterhält eine Kontaktstelle für Hinweise auf potenzielle Rechtsverletzungen sowie für Sicherheitsanliegen unter: contact@itsreal.media. Meldungen werden prioritär behandelt.

§ 8 Gewährleistung

(1) Ein Mangel liegt vor, wenn die Software bei vertragsgemäßer Nutzung nicht die unter § 2 beschriebenen Funktionen erfüllt und dadurch ihre Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch erheblich beeinträchtigt ist. Eine vorübergehende Nichterreichbarkeit im Rahmen angekündigter Wartungen oder geringfügige Funktionsabweichungen stellen keinen Mangel dar.

(2) Der Kunde hat Mängel unverzüglich in Textform anzuzeigen. Der Anbieter ist berechtigt, die Art der Mangelbeseitigung nach eigenem Ermessen zu bestimmen.

(3) Schlägt die Mangelbeseitigung fehl oder wird diese unzumutbar verzögert, ist der Kunde berechtigt, das Entgelt anteilig zu mindern.

§ 9 Haftung

(1) Die Parteien haften unbeschränkt bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit sowie bei schuldhafter Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.

(2) Bei leicht fahrlässiger Pflichtverletzung haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten, beschränkt auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.

(3) Weitergehende Haftungsansprüche, insbesondere für mittelbare Schäden, Folgeschäden und entgangenen Gewinn, sind ausgeschlossen, soweit keine zwingende gesetzliche Haftung eingreift.

(4) Der Anbieter stellt den Kunden von Ansprüchen Dritter wegen Schutzrechtsverletzungen frei, die durch die bestimmungsgemäße Nutzung der Software entstanden sind und nicht auf einem Pflichtverstoß des Kunden beruhen.

(5) Der Kunde stellt den Anbieter von allen Ansprüchen Dritter frei, die auf einer rechtswidrigen Nutzung der Software durch den Kunden beruhen.

§ 10 Vertragslaufzeit und Beendigung

(1) Der Vertrag wird zunächst für die bei Vertragsschluss vereinbarte Laufzeit geschlossen. Sofern nicht anders vereinbart, verlängert sich der Vertrag jeweils automatisch um weitere zwölf Monate, wenn er nicht von einer der Parteien mit einer Frist von einem Monat zum Ende der jeweiligen Laufzeit in Textform gekündigt wird.

(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

(3) Nach Beendigung des Vertrags wird der Anbieter dem Kunden auf dessen schriftliches Verlangen eine Kopie der gespeicherten Daten in einem gängigen maschinenlesbaren Format zur Verfügung stellen. Der Kunde hat dieses Verlangen spätestens innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsende geltend zu machen. Nach Ablauf dieser Frist ist der Anbieter berechtigt, sämtliche Daten des Kunden unwiederbringlich zu löschen.

(4) Mit Wirksamwerden der Vertragsbeendigung endet das Nutzungsrecht des Kunden an der Software.

§ 11 Service Level Agreement

(1) Der Anbieter stellt die Software grundsätzlich 24 Stunden täglich und an sieben Tagen der Woche zur Verfügung. Hiervon ausgenommen sind notwendige Wartungsfenster, Notfallmaßnahmen, Sicherheitsupdates sowie Zeiten höherer Gewalt.

(2) Die technische Verfügbarkeit liegt im Monatsmittel bei mindestens 99 % im Kalendermonat.

(3) Planmäßige Wartungsarbeiten bleiben bei der Berechnung der Verfügbarkeitsquote unberücksichtigt.

§ 12 Datenschutz, Auftragsverarbeitung und Geheimhaltung

(1) Die Parteien verpflichten sich zur Einhaltung aller anwendbaren datenschutzrechtlichen Bestimmungen, insbesondere der Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).

(2) Im Regelbetrieb verarbeitet der Anbieter keine personenbezogenen Daten im Sinne der DSGVO im Auftrag des Kunden, sondern ausschließlich auf eigene Verantwortung im Rahmen der Plattformbereitstellung. Soweit der Kunde selbst personenbezogene Inhalte (z. B. Bilddateien) hochlädt, erfolgt die Verarbeitung dieser Inhalte zur Vertragserfüllung auf Grundlage von Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO. Der Kunde ist für die rechtmäßige Erhebung, Übermittlung und Verarbeitung dieser Daten verantwortlich.

(3) Soweit im Einzelfall eine Auftragsverarbeitung im Sinne des Art. 28 DSGVO vorliegt, schließen die Parteien einen gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Ein Standard-AVV ist als Anlage zu diesen Nutzungsbedingungen verfügbar. Kunden, die individuell verhandelte Datenschutzvereinbarungen benötigen, können einen gesonderten AVV anfordern.

(4) Im Falle eines Sicherheitsvorfalls, der die Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit von Kundendaten beeinträchtigt, wird der Anbieter den Kunden unverzüglich nach Kenntnisnahme des Vorfalls informieren. Die Benachrichtigung umfasst, soweit verfügbar, eine Beschreibung der Art des Vorfalls, die Kategorien und den ungefähren Umfang der betroffenen Daten sowie die ergriffenen oder geplanten Maßnahmen zur Behebung und Abmilderung der Auswirkungen. Diese Verpflichtung besteht unbeschadet der gesonderten Pflichten des Anbieters aus Art. 33 und Art. 34 DSGVO.

(5) Der Anbieter verpflichtet sich, alle im Rahmen der Durchführung dieses Vertrages erlangten vertraulichen Informationen vertraulich zu behandeln und diese nicht unbefugt an Dritte weiterzugeben. Diese Verpflichtung gilt nicht, soweit eine Offenlegung gesetzlich vorgeschrieben oder durch eine behördliche oder gerichtliche Entscheidung angeordnet ist.

§ 13 Schlussbestimmungen

(1) Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, so berührt dies nicht die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen. Die Anwendung des § 139 BGB ist ausdrücklich ausgeschlossen.

(2) Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform. Dies gilt auch für den Verzicht auf das Schriftformerfordernis.

(3) Eine Abtretung oder Übertragung von Rechten und Pflichten durch den Kunden ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Anbieters zulässig.

(4) Dieser Vertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des internationalen Privatrechts sowie des UN-Kaufrechts (CISG).

(5) Ausschließlicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist – sofern der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist – Mannheim.

Anlagen

Anlage 1 — Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
Als gesondertes Dokument beigefügt. Der Standard-AVV regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten durch den Anbieter im Auftrag des Kunden im Zusammenhang mit der Nutzung der itsreal.media-Plattform.

Status: AVV-Vorlage in Vorbereitung. Veröffentlichung zusammen mit oder vor dem Onboarding des ersten Kunden.